Frische Ausgabe Nr. 75 / Dez 17

Cover Nr. 75  Dezember 2017

Texte lesen (17)

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Heft 74 der hastuzeit ist am 4. Oktober erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Jan 2018 hastuPAUSE Online 0

Theater mal anders

„Hugs and Kisses xoxo“, so heißt das in Halle aufgeführte Theaterstück des hier ansässigen Regisseurs Christian Heß. Wir haben der Uraufführung im Hühnermanhattan einen Besuch abgestattet und wollen unsere Eindrücke mit euch teilen. Ein Interview mit dem Regisseur findet ihr online und in der neusten Ausgabe der hastuzeit.

Fotos: Felix Schickel

Ein regnerischer Tag. Ein auf den ersten Blick verlassen wirkendes Gehöft. Drei Mädchen voller Neugierde auf das gleich stattfindende Spektakel. Der kalte Wind hat unsere Wangen bereits gerötet und zitternd sind wir auf der Suche nach dem Eingang zum Bootshaus des Hühnermanhattan.

Kalt. Dunkel. Grau. Endlich biegen wir um die Ecke und der aus abblätternden Lettern bestehende Schriftzug »Bootshaus« sticht uns ins Auge. Schnellen Schrittes tragen unsere durchgefrorenen Füße uns in das Innere der ehemaligen Scheune. An einem provisorischen Einlass lächelt uns ein bekanntes Gesicht entgegen – Christian Heß, Regisseur und Autor des bevorstehenden Theaterstückes ist bereits dabei, die Eintrittskarten an den Mann zu bringen. Wir bekommen einen Stempel auf das Handgelenk gedrückt und in freudiger Erwartung betreten wir durch einen roten Samtvorhang einen weiteren Raum. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Online 0

»Ich mag´s einfach, Leuten eine Freude zu machen«

Die Studierendenplattform Jodel hat schon einige wunderbare Geschichten hervorgebracht. Diesmal, Anfang Dezember, war ein geheimnisvoller Weihnachtself unterwegs und hat Adventskalender und Nikolaustüten in Juri-Schließfächern versteckt. Um herauszufinden, was für eine Person hinter dieser Aktion steckt und ihre Beweggründe zu erforschen, haben wir ein Interview mit dem weihnachtlichen Wohltäter geführt. #weihnachtself

Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch das Fest der Geschenke. Das merkt man auch schon in der Adventszeit: So basteln viele für ihre Liebsten einen Kalender und legen zum Nikolaustag auch gerne mal den Nachbarn Kleinigkeiten in die Schuhe. Dass man bei beidem auch noch etwas weiter gehen kann, bewies dieses Jahr ein mysteriöser Weihnachtself den Jodlern in Halle. Dieser versteckte Anfang Dezember für unbeschenkte Jodler, selbstgemachte Adventskalender und zum Nikolaustag Überraschungstütchen.

Viel erfuhr man jedoch nicht über die Person hinter diesen Aktionen, denn wie allseits bekannt ist, sind Elfen sehr scheue Wesen. Allerdings sei sowieso nur die Aktion an sich wichtig und nicht, wer dahinter stecke, meinte der Wohltäter im Interview. Nicht einmal bei dem Geschlecht des Elfen könnt ihr euch sicher sein, denn wer weiß schon, ob magische Fabelwesen gendern. Ein paar wenige Informationen können an dieser Stelle trotzdem preisgegeben werden: Der geheimnisvolle Helfer des Weihnachtsmannes studiert im höheren Semester Jura, ist seit einem halben/dreiviertel Jahr ein aktiver Jodler und hat in dieser Zeit schon 186 704 Karma-Punkte angesammelt. Doch lassen wir ihn nun ein wenig selbst sprechen. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Zukunft oder Fiktion?

»Etwas zu wissen ist gut, aber alles zu wissen ist besser.« So lautet der Slogan des »Circle« in Buch und Film und wirft damit viele hochaktuelle Fragen nach moralischen Einstellungen in Bezug auf die Datenspeicherung auf. Wird sich das private Leben eines Menschen zukünfig in der Öffentlichkeit abspielen oder ist das nur reine Spekulation?

Bailey (Tom Hanks)

Der auf dem gleichnamigen Buch basierende Film »The Circle« kam im September 2017 auf die deutschen Kinoleinwände und warf einige ungeklärte Fragen auf. Der Regisseur dieses US-amerikanischen Science-Fiction-Thrillers ist James Ponsoldt, der sich auch für die Produktion und das Drehbuch verantwortlich sah. Der Film handelt von der jungen Mae Holland (Emma Watson), die einen neuen Job in einem weltweit angesehenen Social-Media-Unternehmen ergattert. Der »Circle« ist ein Internetkonzern und arbeitet mit mehr oder weniger legalen Methoden an Technologien, die der Gesellschaft eine bessere Welt ermöglichen sollen. Das Ziel ist es, die User durch ein allgemeingültiges Passwort virtuell zu verknüpfen und somit vollkommene Transparenz zu schaffen. Mae nimmt die Herausforderung der überwältigenden Umgebung zunächst an, um ihre Eltern finanziell unterstützen zu können, verliert sich jedoch immer mehr in ihr. Als einer der Firmengründer, Eamon Bailey (Tom Hanks), das Modell einer »SeeChange«-Kamera vorstellt, meldet sich Mae nach einem einschneidenden Erlebnis als erste Probandin und lässt ihr Privatleben live an die Öffentlichkeit übertragen. Dieser Schritt nimmt allerdings nicht den erwarteten Verlauf und lässt Mae schnell die Folgen ihrer Entscheidung spüren. Hinzu kommt, dass der mysteriöse Ty (John Boyega) sie vor den Machenschaften des Unternehmens warnt. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Alles eine Frage der Zeit…

Jeden Tag und auch schon in diesem Heft ordnen wir alles ganz banal, zeitlich getaktet und chronologisch ein. Der Mensch muss in allem eine erklärbare Logik sehen und wenn nicht, dann erfindet er ein System. So auch die Zeit. Zeit ist allgegenwärtig. Wir planen unser Leben nach der Uhr und unsere Zeit nach unserem Leben und haben anscheinend nie genug. Das noch umso mehr in der Weihnachtszeit: Gerade jetzt, wo die Tage kürzer werden, die Nächte dunkler und die Wochen immer schneller vorbeiziehen, scheinen wir alle noch weniger Zeit zu haben: der Jahresendstress, die ewige Suche nach dem richtigen Geschenk, die gezwungene Entspanntheit und Harmoniesucht in dieser besonderen Zeit der Besinnung… Beschwipst eilen wir von Feier mit Plätzchenbacken zu Feier mit Glühweintrinken und – schwupps – so schwebt auch der Dezember an uns vorbei. Das letzte Jahr ist wie im Flug vergangen, Weihnachten steht vor der Tür und ein neues Jahr gleich mit – Ticktack, wieder eine Ziffer weiter. Aber ist das wirklich so oder muss das so sein? Die hastuzeit hat nachgeforscht. Deshalb diesmal die gleichnamige Frage an Dich: Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Jenseits von Google – Die dunkle Seite des Internets

Rezension: »Darknet – Waffen, Drogen, Whistleblower« von Stefan Mey

Verlag C.H.Beck, München 2017, 237 Seiten, 15 Euro

Im derzeitigen Internet ist faktisch niemand anonym.

Was ursprünglich der Schritt in ein neues Zeitalter der digitalen Kommunikation war, Personen quer über den Globus kommunizieren ließ und die Gesellschaft ähnlich stark beeinflusste wie die Erfndung des Buchdrucks, ermöglicht heute eine flächendeckende Überwachung, die an düstere Utopien wie »1984« von George Orwell erinnert. Jede Übermittlung von Daten kann aufgrund der IP-Adresse zu ihrem Ursprungsort zurückverfolgt werden. Dass dieses Potenzial der Überwachung nicht nur in der Theorie vorhanden ist, sondern auch praktisch von Regierungen und Geheimdiensten genutzt wird, dürfte jedem seit den Enthüllungen von Edward Snowden bekannt sein. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuUNI Online 0

Noch ’ne Runde Schnaps?

Die dritte Sitzung des 28. Studierendenrates zog sich ermüdend in die Länge, da es viel Diskussionsbedarf, Streitpunkte und „Fragezeichen“ gab, die über den Köpfen der Sturamitglieder schwebten. Insbesondere der Haushaltsplan für 2018 erhitzte die Gemüter, weil eine Art Haushaltslücke von 60000 Euro ermittelt wurde.

Foto: Sophie Ritter

Sitzungsleiter Kai Krause (LHG) eröffnete die Sitzung am Montag, den 27.11.2017 (fast) pünktlich um 19:07 Uhr. Gleich zu Beginn war die volle Aufmerksamkeit gefordert: zusammen mit dem AK Uni im Kontext beantragte der AK-Protest einen Nachtragshaushalt für 2017 und stellte dann noch einen Antrag auf Mittelfreigabe. Danach wurde noch ein Antrag auf Förderung von selbstorganisiertem Sport besprochen, für den sich auch schnell zwei Sturamitglieder von der OLLi fanden (Lukas Wanke und Caroline Banasiewcz), die ihn offiziell stellten. Danach belief sich die Diskussion allerdings vor allem auf die Frage, ob dies nun als externer oder interner Antrag zu behandeln sei und wer überhaupt Anträge stellen dürfe, bis dieser von der Tagesordnung genommen wurde. Nach den üblichen Tagespunkten, wie den Angestelltenbelangen, folgten die Anliegen der Referenten. Mimi Fischer (OLLi), Referentin für Sport, stellte etwas ausführlicher vor, was eigentlich ihre Aufgaben sind und erzählte, warum sie manchmal meckere. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

LGBT-Aktivismus in Halle

Die Ehe für alle findet nach jahrzehntelangem Ringen endlich ihren rechtmäßigen Platz im deutschen Grundgesetz. Was das für Auswirkungen mit sich trägt und welche weiteren Neuigkeiten es in der deutschen LGBT-Community gibt, wurde beim alljährlichen interdisziplinären Fachaustausch »Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Update 2017« thematisiert. Dieser wurde vom Begegnungs- und Beratungs-Zentrum »lebensart« e. V. geplant und durchgeführt.

Foto: BBZ »lebensart« e.V.

Angefangen hat die Veranstaltung mit einer stürmischen These des an der Hochschule Merseburg tätigen Sexualwissenschaftlers Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß: »Durch rechte Normierungen gerät geschlechtlichsexuelle Vielfalt unter Druck und unterliegt neuen Restriktionen.« Dies bleibt nicht unbegründet. Mit dem Positionspapier »Magdeburger Erklärung zur Frühsexualisierung« der AfD von 2016 werde für das Land Sachsen-Anhalt eine frühe Aufklärung über geschlechtliche Identitäten und alternative Familienformen bei Kindern von der Partei strikt abgelehnt. Diese Forderungen wiegen besonders schwer, da das Dokument ein enormes Medienecho erhalten hat und die Partei zweitstärkste Kraft in Sachsen-Anhalt ist – somit einen entsprechend starken Einfluss auf die landeseignen Bildungsstädte besitze. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Daheeme ist, wo das Sterni auf dich wartet

Andauernd dieses Rumgeningel. Wir Leipziger Pendlerstudenten haben immer etwas, worüber wir lamentieren. Und weil uns die berühmte Frage »Warum ziehst du dann nicht nach Halle?« schon aus den Ohren rauskommt, folgt hier ein kleiner Einblick in unser alltägliches Ringen mit dem Wahnsinn.

Illustration: Katja Elena Karras

Die Augenlider hängen tief, die Mundwinkel auch. Schon wieder nur fünf Stunden geschlafen und dann noch nicht mal was gefrühstückt. Ach, wie schwer doch unser Leben als Leipziger sein kann. Doch es wird uns auch wahrlich nicht leichtgemacht. Sei es der megamäßig miese Bahnverkehr im Winter, die Tatsache, dass unser Wecker um 5.30 Uhr klingelt, wenn wir zur ersten Vorlesung müssen, oder einfach nur, dass wir jeden Tag fast drei Stunden unseres wertvollen Lebens in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen.

Aber wir sind ja auch verrückt – würde man zumindest vorerst behaupten, wenn man unsereins in den Fluren der Uni über den Weg läuft. Ein eigenartiges Wesen, asylsuchend an der MLU, stets auf dem Sprung und immer die Uhrzeit im Hinterkopf. Mehr, mehr, mehr