Frische Ausgabe Nr. 78 / Mai 18

Cover Nr. 78  Mai 2018

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Heft 78 der hastuzeit ist am 18. Mai erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Nicht nur die eigenen Rechte zählen

»Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.« So heißt es bei den Vereinten Nationen. Für die weltweite Einhaltung der Menschenrechte tritt Amnesty International ein. Ein Besuch bei der lokalen Hochschulgruppe.

Foto: Bastian Raabe

Als ich an dem lauen Dienstagabend die Treppe des Reformhauses in der Großen Klausstraße, auf halber Strecke zwischen Hallmarkt und dem hallischen Dom, emporsteige, bin ich schon gespannt, was mich heute hier erwartet. Im dritten Stock angekommen, prangt an der Tür die Aufschrift »Versammlungsraum Reformhaus e. V.«, mehrere kleine Plakate kleben daneben, unter anderem eines der Amnesty-International-Hochschulgruppe Halle. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Nimm doch mal dein Rad mit

Das MDV-Gebiet ist mehr als Leipzig und Halle. Denn was vielen unbekannt ist: das Fahrrad darf mit. Dieses Mal stellen wir Euch eine Radtour vor, die von Naumburg aus nach Bad Kösen und wieder zurück führt. Über Weinberge, an der Saale entlang und hin zu einem Hauch von Meer.

Illustration: Emilie Peters

Sobald die Sonne wieder ihre wärmenden Strahlen in die Welt schickt, wird es Zeit, den alten Drahtesel aus dem Keller zu holen, die Kette zu ölen und hinaus ins Grüne zu fahren. Wen es über die Stadtgrenze hinaus zieht, der sollte die Möglichkeit nutzen, das Fahrrad kostenlos in die Nahverkehrszüge des MDV-Gebiets mitzunehmen. Denn nur 30 Minuten Zugfahrt entfernt locken viele Radwege durch naturnahe Gebiete. In diesem Artikel führt die Reise entlang der Weinberge im Saale-Unstrut-Gebiet. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Chefredakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt besonders geprägt haben. In dieser Ausgabe geht es um den zu seiner Zeit »reichsten Mann Halles«, Carl Adolph Riebeck.

Illustration: Gregor Borkowski

Wer am Hauptbahnhof von Halle ankommt und sich auf den Weg in die Innenstadt macht, kommt zwangsläufig am Riebeckplatz vorbei. Hochstraßen auf Betonpfeilern, Schienen und Straßenpflaster kreuzen sich in geradezu chaotischer Weise auf jenem Areal, das sich mit dem Superlativ »verkehrsreichster Platz Ostdeutschlands« schmückt. Trotz aller Umbau- und Sanierungsmaßnahmen regiert hier im Grunde immer noch der Geist der Sechziger Jahre, deren Stadtplanung das Automobil in luftige Höhen erhob und den Fußgänger unter die Erde verbannte. Nichts, nicht einmal der Name sollte an den alten Vorkriegsplatz erinnern; die Ruinen der einstmals prachtvollen Hotels »Europa« und »Goldene Kugel« wurden durch Plattenbauten ersetzt, den bourgeoisen Großkapitalisten Riebeck ersetzte als Namenspatron der Erzkommunist Ernst Thälmann. Doch auch nach der Rückbenennung im Jahr 1991 überdecken noch immer Beton und Verkehrslärm die Erinnerung an jenen Unternehmer, der es vom einfachen Bergarbeiter bis zum Millionär brachte. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Den Füßen folgen

Stress und Trott bestimmen oft unseren Alltag. Die Wege, die man Tag für Tag zurücklegt, sind fast immer die gleichen. Wer mal frei hat, fährt meist weg – in der Regel so weit, wie Zeit und Geld es zulassen. Dabei verpasst man so viel in der eigenen Stadt.

Foto: Alexander Kullick

Dieser Artikel wird nicht mit bahnbrechenden Erkenntnissen aufwarten. Doch wird er auf etwas hinweisen, das von den meisten Menschen schlichtweg ignoriert wird: die Schönheit des Banalen, der Reiz des Alltäglichen. Die meisten Leute, die in Halle wohnen, werden sich darauf einigen können, dass die Saalestadt schön ist – aber worauf beziehen sie sich? Auf das Paulusviertel? Auf den Marktplatz? Auf die Raben- oder die Peißnitzinsel? Ohne Frage, die genannten Orte verdienen es alle für sich, als »Sehenswürdigkeit« Halles aufgeführt zu werden. Doch bilden sie nur einen mikroskopisch kleinen Teil von der Schönheit ab, die Halle insgesamt zu bieten hat. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuUNI Heft Nr. 78 0

Abenteuer Ausland

Besonders für Studierende bietet es sich an, für einen längeren Zeitraum ins Ausland zu gehen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Angeboten von Organisationen, mit denen Ihr preisgünstig ins Ausland reisen und vor Ort sogar weiterhin beraten und unterstützt werden könnt. Aber welche gibt es, wie unterscheiden sie sich, und welche passt am besten zu Euch? Wir haben einige davon etwas genauer unter die Lupe genommen:

Grafik: DAAD (CC BY-NC-ND 4.0) https://www.daad.de/medien/der-daad/medien-publikationen/publikationen-pdfs/wiwe_2016.pdf

Neues Land, neue Kultur, neue Herausforderungen – Impulse gibt es viele, die das Fernweh in uns hervorrufen und uns dazu veranlassen, ins Ausland gehen zu wollen. Es ist immer ein aufregendes Erlebnis, ein komplett neues Land mit seinen Einwohnern kennen und vielleicht sogar lieben zu lernen. Doch auch wenn man in einigen Situationen mal auf sich allein gestellt sein sollte, erhält man gerade so die Möglichkeit, sich selber besser kennenzulernen. Mithilfe der verschiedenen Organisationen kann man die Gelegenheit nutzen, sich neuen Abenteuern zu stellen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuPAUSE Online 0

Sie morden im Schatten

Der Mai hat mit mörderisch guter Unterhaltung begonnen. Die CRIMINALE war zu Gast in Halle und hatte über 250 KrimiautorInnen im Gepäck. Neben vielen Lesungen und anderen Veranstaltungen konnten interessierte LeserInnen auch an einigen Vorträgen des Autorenkongresses teilnehmen. Den Anfang machten drei Drehbuchautoren und eine Drehbuchautorin. Sie stellten sich im Kongresszentrum des Dormero Hotels der Frage, wie schwer es ist, den perfekten Mord auf die Leinwand zu bringen.

Foto: Anne Ost

Im Jahr laufen allein im ZDF um die 450 Kriminalfilme und auch wer den ARD-Tatort nicht schaut, hat auf alle Fälle wenigstens davon gehört. Die Namen von großen Serien und deren Hauptcharakteren sind bekannt und auch die RegisseurInnen werden bei besonders gelungenen Filmen lobend erwähnt. Die eigentlichen ErfinderInnen der Figuren und Handlungen führen hingegen ein Schattendasein.

Die Autorin Dina El-Nawab ist eine von ihnen. Seit 2001 schreibt sie für die ARD-Serien Großstadtrevier und Morden im Norden sowie für die ZDF-Serie Notruf Hafenkante. Ihr Co-Autor für das Großstadtrevier, Markus Stromiedel, schreibt auch für Serien wie SOKO und Tatort. Er hat den Kieler Tatort-Kommissar Klaus Borowski, der von Axel Milberg gespielt wird, erfunden. Andreas Izquierdo behauptet von sich selbst, er sei käuflich, da seine Schreibtätigkeit von Serien wie Cobra 11 bis hin zum Bergdoktor reicht. Matthias Herbert ist schon seit 30 Jahren im Geschäft. Angefangen hat alles mit seinem ersten Drehbuch für die Serie Ein Fall für zwei, seitdem hat er über 300 Drehbücher geschrieben. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuUNI Online 1

Die Bürde der Demokratie

Jedes Jahr wieder stehen sie an und sind dabei ähnlich beliebt wie der Besuch beim Zahnarzt – die Hochschulwahlen. Man weiß, sie sind da, aber verdrängt sie lieber. Dabei wissen wir doch alle von klein auf: regelmäßige Zahnarztbesuche erhalten die Gesundheit. Ein Plädoyer für die Hochschulwahl.

Illustration: Eva Feuchter

Ich habe die Wahl. Nicht nur zwischen vegetarisch oder mit Fleisch in der Mensa, zwischen dem früheren oder dem späteren Seminar, zwischen Unisport oder Unichor – nein, ich habe die Wahl zwischen sechs Hochschulgruppen und diversen unabhängigen Wahlvorschlägen. Am 16. Mai werde ich, genau wie letztes Jahr, in den Aufenthaltsraum am Steintor gehen und meinen Studierendenausweis vorzeigen. Ich muss mich hoffentlich anstellen, für mich ein gutes Zeichen. In der improvisierten Wahlkabine werde ich die bunten, überdimensionierten Zettel auseinanderfalten und dann mit dem Kuli ein Kreuz nach dem anderen setzen. Bestimmt habe ich auch in diesem Jahr nicht zu jedem Namen ein Gesicht oder eine politische Gesinnung vor Augen, die spezifischer ist als der Name der Hochschulgruppe und ihr Anliegen selbst. Aber ich werde zumindest dabei sein; ich werde gewählt haben und damit ein Stück Verantwortung dafür tragen, wer ab Oktober dieses Jahres im Stura sitzen wird beziehungsweise wer nicht. Natürlich, auch die Studierenden, die nicht ihr Kreuzchen setzen, tragen dazu bei. Zumindest werde ich das Gefühl haben, aktiv über die Zusammensetzung unserer neuen Studierendenvertretung mitbestimmt zu haben, statt passiv ein Gremium vor die Nase gesetzt zu bekommen. Sich in letzterem Falle dann über Tierpatenschaften, vegane Kondome oder squatty pottys aufzuregen, erscheint mir leicht – aber entbehrt in meinen Augen einer gewissen Grundlage. Nämlich der eines Kreuzes auf dem Wahlzettel. Mehr, mehr, mehr

Apr 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 77 0

Alles eine Frage der Zeit…

Es ist wieder Zeit. Semesteranfang. Sommerzeit. Eine neue hastuzeit und ein paar neue Fragen zur Zeit. Zeitmanagement, Zeitstress, Zeiteinteilung, Zeitlosigkeit, Zeitgefühl, Zeitbegrenzung, Zeitempfinden …

Okay, wann sind wir denn nun diese ganze Diskussion um die Zeit los? Es ist doch offensichtlich: Wir haben nicht genug Zeit, brauchen mehr Zeit, wollen mehr Zeit. Aber was fangen wir mit der gewonnenen Zeit an? Mehr Lernen, mehr Freunde treffen, mehr … Also das, was wir jetzt schon machen. Aber was hält uns jetzt davon ab?! Gleichzeitig scheint die Zeit uns in manchen Momenten nur so durch die Finger zu rinnen, während uns dagegen in anderen Situationen nichts übrig bleiben mag, als sie tot zu schlagen. Die Zeit gibt den Takt für unseren Alltag vor und scheint so fast schwebend auf unser universelles Dasein einzuwirken. Wir drehen uns immerzu im Kreise und bleiben schließlich still stehen, wie gefangen, zwischen Stunden, Minuten, Sekunden … Mehr, mehr, mehr